Fachinformation
26.11.2025 Fachbereich Frauen / Geschlechterpolitik / LGBTIQ, Fachbereich Kinder / Jugend / Familie, Familie, Frauen und Mädchen, Kinder und Jugend

AMYNA verleiht den Präventionspreis 2025 - Schutzkonzepte digital gedacht

SüdSee e.V. und Jugendsozialarbeit an der Grund- und Mittelschule Amberg-Ammersricht für nachhaltiges Schutz- und medienpädagogisches Konzept ausgezeichnet

Am 20.11.2025 wurden gleich zwei Einrichtungen mit dem AMYNA Präventionspreis ausgezeichnet - SüdSee e.V. Kinder- und Jugendhilfe aus Seeshaupt am Starnberger See und das Jugendamt Amberg mit der Jugendsozialarbeit an der Grund- und Mittelschule Amberg-Ammersricht. Der Präventionspreis war 2024 im Themenbereich Schutzkonzepte digital gedacht ausgeschrieben.  SüdSee e.V. ist ein kleiner Verein, der eine heilpädagogische stationäre Jugendhilfeeinrichtung mit 16 Wohnplätzen am Starnberger See betreibt. Die Jugendsozialarbeit der Stadt Amberg betreut im Stadtteil Ammersricht an der Grund- und Mittelschule insgesamt 279 Schüler*innen in 13 Klassen. Beide Einrichtungen konnten mit ihren eingereichten Bewerbungen gleichermaßen überzeugen. 

Kinder sind heute von Anfang an mit digitalen Medien konfrontiert. Laut der KIM -Studie zum Mediennutzungsverhalten von Kindern haben bereits 46% der Kinder zwischen 6 und 13 Jahren ein eigenes Smartphone, es ist also davon auszugehen, dass viele Kinder bereits im Grundschulalter Zugang zu einem eigenen Smartphone bekommen, bei Ju-gendlichen sind es dann fast alle. Digitale Medien sind dabei ein wichtiges Mittel, um zu kommunizieren, sich darzustellen, sich zu informieren und Spaß zu haben und ein selbstverständlicher Teil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Auf der anderen Seite der Chancen und der Freude, die Kinder und Jugendliche mit digitalen Medien haben, steht die Tatsache, dass Menschen digitale Medien ausnutzen, um sexualisierte Gewalt anzubahnen, zu verüben oder fortzuführen. Die Täter*innen können hierbei Bekannte oder Fremde, Erwachsene oder Peers sein.

Den Gefahren der digitalen Welt muss auf zweierlei Wegen begegnet werden, wie Ma-nuela Soller, pädagogische Mitarbeiterin bei AMYNA e.V., in ihrem Impulsvortrag be-tont: „Aus meiner Sicht braucht es zwei Dinge: Zum einen eine präventive Haltung und Medienpädagogik, zum anderen müssen digitale Medien konsequent im Schutzkonzept mitgedacht werden. Ziel ist es immer, dass Kinder und Jugendliche sich selbstbestimmt und unbeschwert im digitalen Raum bewegen können“, betont sie weiter.

Diese Haltung hat SüdSee e.V.  beeindruckend verinnerlicht. Der digitale Raum ist in allen Konzepten der Einrichtung berücksichtigt. In der Bewerbung hat der Verein zusätz-lich ein medienpädagogisches Konzept eingereicht. Die Medienpädagogin Barbara Un-terholzner, die das Konzept mit der Einrichtung erarbeitet hat, hebt in ihrer Laudatio lobend die Partizipation der Bewohner*innen hervor: „Dem Südsee-Team war es wich-tig, dass auch die Kinder und Jugendlichen in einem Medien-Workshop alle Fragen und Anliegen besprechen durften. Ich war beeindruckt, wie viel die Kinder über die Chancen und Risiken wussten und wie gut sie begleitet werden.“ Auch in der Schutzkonzeptent-wicklung an der Grund- und Mittelschule in Amberg-Ammersricht wurden digitale Medien von Anfang an mitgedacht. Die Schüler*innen werden hier mit einbezogen, indem ältere Schüler*innen etwas für jüngere Schüler*innen aufbereiten. „Ob bei einer konkreten Schulhaus- und Schulgeländebegehung zur Risikoanalyse in Kleingruppen, bei verschie-denen pädagogischen Workshops oder bei der Erarbeitung von Klassenchat-Regeln und Nutzungsbedingungen für das Tablet – die Schülerinnen und Schüler konnten und kön-nen sich einbringen und so verschiedene Bausteine des Schutzkonzepts aktiv mitgestal-ten“, erklären die Laudatorinnen Alina Benedikt und Marianne Neugirg von der Bera-tungsstelle für sexuelle Gewalt des SKF in Amberg. Sie seien stolz, dass die Grund- und Mittelschule Ammersricht als erste Schule in Amberg umfassende Maßnahmen zum Schutzkonzept auf den Weg gebracht hat, berichten sie weiter.

Die 3000 € Preisgeld, das die Prämierten in Form einer Glastrophäe und eines großen Schmuckschecks symbolisch überreicht bekamen, wurden durch eine Crowdfunding-Aktion im Internet gesammelt.

Der AMYNA-Präventionspreis versteht sich als öffentliche Anerkennung für gelungene und nachhaltige Präventionsarbeit in Bezug auf sexuellen Missbrauch und wird seit 2005 durch den Verein AMYNA e.V. verliehen.

Quelle: AMYNA e.V.

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Verantwortlich:
Maria Mayer, Referentin Frauen | Geschlechterpolitik | LGBTIQ